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Lasst mich mit Worten von Eugen Roth beginnen: 

        Ein Mensch erblickt das Licht der Welt,

      doch oft hat sich herausgestellt

      nach manchem trüb verbrachten Jahr,

      dass dies der einz’ge Lichtblick war. 

Solche Gedanken hatte sicher jeder schon einmal. Und besonders wenn man von chronischer Krankheit oder Behinderung  betroffen ist, dann ist die Gefahr schon groß, dass man den Blick nur noch auf das Problem richtet und nichts anderes mehr sieht. 

Die Beeinträchtigung nimmt viel Raum ein, zu viel Raum. Und wenn man das Gefühl hat, damit alleine zu sein, dann kann es einem schon ganz schön dunkel vorkommen. 

Wie hilfreich kann es dann sein, auf andere zu treffen, denen es genauso geht, und die trotzdem schon wieder Licht sehen. Denn wenn andere Betroffene uns zeigen, dass wir nur in eine andere Richtung sehen müssen, damit es wieder heller wird, dann ist das glaubwürdiger, als wenn uns das jemand sagt, der gar nicht wissen kann, wie es uns geht. 

Nichtbetroffene können sich schwer vorstellen, wie schwierig es sein kann, mit chronischer Krankheit oder Behinderung zu leben. Und wie schwer es ist, ins Licht zu sehen, wenn man das Gefühl hat, alleine im Dunkeln zu stehen. 

Aber wer kann einem Alkoholiker besser zeigen, dass es möglich ist, trocken zu werden, als ein Alkoholiker, der diesen Schritt gegangen ist? 

Wer kann einem Krebspatienten die Angst vor der Krankheit, vor Chemotherapie, vor Bestrahlung und den Folgen besser nehmen, als die, die es schon kennen? 

Wer kann psychisch kranken Menschen, die sich völlig isoliert haben, besser zeigen, dass man auch mit einer psychischen Erkrankung am öffentlichen Leben teilnehmen kann, als andere psychisch Kranke, die ihre Isolation überwunden haben?

Wer kann uns besser helfen, als jemand, der unsere Probleme wirklich kennt und versteht?
 

Wenn Ärzte nicht heilen können, werden sie vielleicht hilflos, weil sie glauben, ihrer Aufgabe nicht gerecht zu werden. Helfen heißt aber nicht nur heilen, sondern auch Leiden zu lindern und Wege – auch Wege zu anderen Helfern – zu zeigen, um besser mit den Problemen zu leben. 

Ein solcher Weg kann auch der Weg in eine Selbsthilfegruppe sein. Wo wir uns gegenseitig helfen und unterstützen, und uns so selbst helfen. In einer Selbsthilfegruppe steht die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund. Wir können Blinde nicht sehend machen, aber wir können uns gegenseitig die Augen öffnen, für die schönen Dinge des Lebens, die es auch für uns gibt, die wir eben nur aus den Augen verloren haben. 

Wir wollen und können Ärzte und Therapeuten nicht ersetzen. Aber zusammen mit ihnen können wir alle einen Weg zum Licht finden. Verständnis, Zuspruch, Unterstützung und Zeit zum Reden und Zuhören sind eine große Hilfe auf dem Weg aus der Dunkelheit und gemeinsam wird alles leichter. 

Mit Eugen Roth habe ich begonnen, frei nach Eugen Roth möchte ich enden: 

      Ein Mensch, egal wie schlecht es ihm auch geht,

      weil er allein im Dunkeln steht,

      zieht los und schließt sich andern an

      und auch sein Licht geht wieder an.                                   

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